Über Zone*Interdite

ZONE*INTERDITE ist ein Kunstprojekt, das als Versuchsanordnung dient und für eigene Entdeckungen und Erforschungen offen steht.

Unsere Wahrnehmung der Welt ist lückenhaft. Unsere Betrachtung folgt Spielregeln, die wir nicht selbst aufgestellt haben und deren Wirkungsweise wir kaum kennen. Immer wieder geraten wir an Schranken und stehen vor verbotenen Zonen. Ganze Inseln, Landstriche und Städte verschwinden als abgegrenzte Bollwerke der Macht in schwarzen Löchern.

Unsere individuelle Vorstellungskraft kennt jedoch keine schwarzen Löcher. Sie zwingt uns, zu erkennen und zu kombinieren. Unsere Phantasie füllt die Leerräume des Unbekannten mit assoziierten, hypothetischen Mustern.

Die Restricted Areas und die dafür erlassenen Verbote widersprechen den allgegenwärtigen, militärischen Machtdemonstrationen. Wir wenden jedoch intuitiv den Blick ab und tun so, als wären die verbotenen Zonen unsichtbar. Wir üben uns in partieller Blindheit. Sei es aus Patriotismus, Resignation oder durch banalste Gewöhnung.

Als gute Bürger und in Rechtschaffenheit haben wir blind vertraut, um die Richtigkeit der Ordnung und der herrschenden Machtstrukturen anzuerkennen. Schließlich gründen unsere Zugehörigkeit zu unserer Nation und unser bürgerliches Dasein darauf. Die Machthaber haben in der verordneten Unsichtbarkeit die Gewähr, Macht auszuüben, ohne Zwang zur Rechtfertigung und ohne eine substanziell zersetzende Diskussion.

Die Situation ist prekär. Wollen wir sehen? Wollen wir wegsehen? Oder werden wir die Sichtbarkeit in Abrede stellen?
Zone*Interdite macht uns zum Spion in eigener Mission. Zwar verrät man nicht sein Vaterland, die Dinge sind bereits sichtbar bei Google und Co., doch durch die erlangte Sichtbarkeit fliegt ein Komplott auf. In unserer Selbstvorstellung haben wir unsere partielle Blindheit forciert, weil wir glaubten, dass wir eine Wirklichkeit erfahren, wenn wir Teile unserer Wahrnehmung ausblenden. Statt der einfachen Sicht auf unser Umfeld haben wir die “richtige Sicht der Welt” vorgenommen. Wir haben uns einem Tabu unterzogen, in dem wir wegsehen und uns blind stellen.

Hier interveniert Zone*Interdite, rekonstruiert das Terrain und drängt unsere Weltsicht über die Lückenhaftigkeit hinaus. Die Leerstellen auf der Landkarte und der blinde Fleck in unserer Wahrnehmung füllt Zone*Interdite wieder mit Bildern, mit der Vorstellungskraft, der Spekulation und der kritischen Befragung.

Die tabuisierte Zone wird nun zum Terrain unseres Sehens und Denkens. Zone*Interdite erlaubt uns, eine kollektive Vorstellung, eine etablierte Gesellschaftsordnung und unser eigenes Verhalten bei der Betrachtung individuell und selbstkritisch zu reflektieren.



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